Das Ende Der Reise

Ich habe im Mai 2017 ehrenamtlich bei der NoBorderKitchen geholfen diese zu organisieren. Dabei geriet ich in Kontakt mit denen die es offiziell nicht auf der Insel gibt, jene die nicht registriert waren und nicht in Lagern leben wollten. In der Ausstellung ‘Das Ende Der Reise’ zeige ich die Orte, die unmittelbar mit der Flüchtlingsbewegung in Verbindung stehen.
Während die Welt zuhauf mit Fotos durchnässter Menschen, gestrandeter Boote oder angeschwemmter Leichen konfrontiert wurde, zeigt die Ausstellung eine Serie von unbelebten Orte. Die Bilder erzählen vom Geschehenen, aber ungesehenen. Sie zeigen welche Auswirkung diese Bewegung auf die Insel hatte und auch immer noch hat, dabei wird auch die fehlende Hilfe von Europa thematisiert.
Seit dem Jahr 2015 sind über 1,5 Millionen Menschen über die kleine Insel nach Europa gekommen - der Großteil davon innerhalb weniger Wochen. Es war das Jahr des ‚Wir schaffen das‘ und der großen Betroffenheit. Inzwischen ist es still geworden um Lesbos. Es kommen aber nach wie vor Menschen in kleinen, See-untüchtigen Booten dort an ohne dass die Infrastruktur darauf eingerichtet wäre.

Vernissage der Ausstellung: 24. Oktober 2019 um 17:30 Uhr

Vortrag: 14. November 2019 um 17:30 Uhr

Wo? Foyer der Auslandsgesellschaft Steinstraße 48 | 44147 Dortmund

Ihr seid herzlich eingeladen zu schauen.

Grüsse aus Lauscha

Ich war im Mai für vier Wochen zu Gast in Lauscha. Die Stadt in Thüringen war zu Zeiten der DDR bekannt für Glasindustrie und Glaskunst, olympischer Trainingsort für Langlauf und Schanzensprung und ein beliebter Ferienort - gleich drei große Betriebe der DDR unterhielten dort Ferienwerke. Trotz großer Hoffnungen an den Effekt des Mauerfalls und damit verbundene Investitionen gelang der Strukturwandel nicht. Die Stilllegung der Bahnstrecke ließ die Industrie straucheln, Ferien wollte niemand mehr in Lauscha machen und auch wenn die Tradition der Glaskunst heute noch bedeutend für den Ort ist sind die Auswirkungen der letzten zwanzig Jahre offensichtlich. Von ehemals 10.000 Einwohnern sind etwa 3.500 übrig geblieben. Die Auswirkungen des massiven Wegzugs sind offensichtlich.

Ich habe dort Orte vorgefunden die mich postapokalyptische Szenarien erinnerten. So kam die Idee auf, die teilweise phantastischen Kulissen mit Menschen zu versehen die nach dem Niedergang eines Systems an solchen Orten existieren müssen - ohne Besitz und nackt finden sie sich in den Bildern als Suchende - sie suchen die Zukunft ohne sie zu finden.


Die Bilderserie ist noch bis Ende November in Muellers Kabinett / Black Pigeon in der Scharnhorststraße 50 zu sehen.